Bauernhöfe und Genussmanufakturen
Die Produzent:innen von Slow Food Vorarlberg bewirtschaften familiengeführte Bauernhöfe. Sie erhalten regionale Vielfalt und machen Traditionen erlebbar. Mit hoher handwirklicher Qualität und Respekt vor Natur und Tier verarbeiten die Genussmanufakturen die bäuerlichen Produkte.
Frische Produkte, ein guter Umgang mit Tier und Boden sowie eine gesicherte lokale Nahrungsmittelproduktion sind ein unverzichtbarer gesellschaftlicher Mehrwert. Slow-Food-Höfe stehen genau dafür ein. Sie erzeugen mit großem Respekt vor Natur, Tier und Mensch besonders hochwertige Lebensmittel.
Slow-Food-Bauernhöfe legen besonderen Wert auf den Schutz und die Erhaltung von vergessenen Getreide-, Obst- und Gemüsesorten oder Nutztierrassen. Sie arbeiten nach den Prinzipien gut, sauber & fair. Sie erzeugen unter hohem persönlichen Einsatz authentische und gesunde Lebensmittel, fernab von industrieller Massenware. Das Projekt "Arche des Geschmacks" der Slow Food Stiftung für Biodiversität schützt weltweit regional besondere und wichtige Lebensmittel, Nutztierarten, Kulturpflanzen sowie traditionelle Zubereitungsarten vor dem Vergessen und dem Verschwinden. Fünf Vorarlberger “Arche-Passagiere” haben es in die “Arche des Geschmacks” der internationalen Slow Food Foundation geschafft. Es sind dies: Vorarlberger Riebelmais, Bregenzerwälder Gebsenkäse/Bergkäse, Subirer, Sura Kees und das Montafoner Steinschaf.
Bauernhöfe
Genussmanufakturen
Slow-Food-Genussmanufakturen sind handwerkliche Lebens- und Genussmittelbetriebe, die ihre Produkte mit Respekt vor Natur, Tier und Mensch erzeugen und veredeln. Dazu gehören Bäckereien, Metzgereien, Sennereien, Brennereien, Essigerzeuger, Kaffeeröster und andere mehr.
Sie alle stehen für Qualität, Transparenz, Respekt und die Slow-Food-Grundprinzipien: gut, sauber & fair. Dabei steht “gut” für handwerkliche Qualität, authentischen Geschmack und hochwertige Zutaten. “Sauber” bedeutet ressourcenschonendes, ökologisches Arbeiten im Einklang mit Natur und Umwelt. “Fair” steht für wertschätzende Arbeitsbedingungen, klare Beziehungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und starke Partnerschaften auf Augenhöhe. Diese Produkte sind ihren Preis wert, weil sie nicht nur unsere Ernährung hochwertig bereichern, sondern auch ökologische verantwortungsbewusst produziert werden.
Vorarlberger Arche-Produkte
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Der Montafoner Sura Kees ist ein traditioneller Sauermilchkäse aus dem Montafon, der in seiner milden bis würzigen Variante durch bewusst reduzierte Fettgehalte besticht.
Er wird oft pur auf Schwarzbrot, mit Zwiebeln oder zu Kartoffeln gereicht – ein klarer Ausdruck regionaler Käsetradition. -
Der Vorarlberger Riebelmais ist eine alte Hartmaissorte (weiß), die über Jahrhunderte im Rheintal kultiviert wurde und heute als landschaftsprägend gilt. Aus ihm wird z. B. Riebel (ein Maisgrieß-Gericht) hergestellt, das für die traditionelle Vorarlberger Küche charakteristisch ist.
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Die Herstellung von Gebsenkäse ist höchste handwerkliche Käsekunst. Sie wir derzeit nur noch im Bregenzerwald auf einigen Alpen, ein paar Vorsäßen und in einer kleinen Talsennerei nach alter Methode praktiziert. Durch die Reifung der Milch in Holzgefäßen, den Gebsen, bildet sich der Geschmack der alpinen und hochalpinen Weiden auf besondere Weise im Käse ab und verlieht ihm einen besonderen Charakter und eine einzigartige geschmackliche Tiefe. Bei der Gebsenkäse-Erzeugung bleibt die Milch lebendig. Kuhwärme, rasches Handeln und aufmerksame Kontrollen sind wichtig. Die Holzgebse ist ein Archiv für wertvolle Mikroorganismen. Sie beheimatet Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig. Gebsenkäsekultur steht für Handwerk, Lebendigkeit, Gesundheit, Respekt vor der Natur und für die restlose Verwertung aller Milchbestandteile.
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Subirar ist eine regionale Spezialität aus Vorarlberg (ein Birnenbrand), der aus der Saubirne destilliert wird und dessen Herstellung eng mit regionaler Obstkultur verbunden ist. Er repräsentiert die Vielfalt fruchtbetonter Spirituosen, die traditionelle Obstsorten in Wert setzen.
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Das Montafonerschaf gilt als eigenständige Rasse des Montafons. Es gehört zur Rassengruppe der Zaupelschafe – Steinschafe. Lange galt es als ausgestorben und kam nur noch vereinzelt im hintersten Montafon vor. Ab 1989 wurden von Markus Stadelmann (Biobäcker in Dornbirn) typische Tiere angekauft und ein Zuchtbuch angelegt. Heute sind bereits über 1000 Muttertiere im offiziellen Herdenbuch registriert.
Diese ursprüngliche Schafrasse hat dünne Beine und einem schmalen Kopf mit geradlinigem Nasenprofil und relativ kurzen Ohren. Beide Geschlechter können sowohl hornlos als auch behornt sein oder Hornstummel aufweisen. Der bewollte Schwanz reicht bis unter das Sprunggelenk. Die Mischwolle besitzt einen auffallenden Seidenglanz und bietet einen guten Schutz gegen rauhe Witterung. Die Tiere sind relativ klein und leicht. Sie besitzen einen natürlichen, wildtierartigen Körperbau. Dadurch gibt es kaum Geburtsprobleme und sie zeichnen sich durch gute Berggängigkeit aus. Der schlanke Körperbau ergibt einen geringeren Fleischansatz, das feinfasrige Fleisch hat aber eine hervorragende Qualität. Durch die hervorragende Fleischqualität und die leichten Schlachtkörper eignet sich die Rasse ideal für Selbstversorger und die Direktvermarktung. In der körperlichen Entwicklung sind die Lämmer spätreif. Dies ermöglicht eine flexible Wahl des Schlachtzeitpunktes und eine lange Nutzungsdauer der Mutterschafe. Die Tiere sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und kennen kaum Klauenprobleme.
Die Rasse ist sehr gut geeignet zur Beweidung und Offenhaltung von extensivem Grünland wie Hanglagen und Alpflächen. Gehölz und teilweise sogar ältere Brennnesseln werden zuverlässig verbissen.