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Wo sonst als in Italien sollte die neue Langsamkeit ihren
Anfang nehmen? In dem Land, das in aller Ruhe erst gegen 20h
die Pforten der Trattorien für das Abendessen öffnet,
in dem hastende, ungeduldige stranieris mit Blicken der Verständnislosigkeit
bedacht werden und das alle Zeit der Welt dem "Palaver
am Platz" einräumt, ist die Liste der Slow Cities
schon recht beachtlich.
Italienische Städte, die sich der Slow-City-Philosophie
verschrieben haben berufen sich auf das, was wir Reisende
immer schon wussten: der genussvolle, langsame Rhythmus des
Lebens zeigt sich vor allem auf den Piazzen der kleinen Dörfer.
Die, die noch vom Massentourismus verschont geblieben sind.
Den goldenen Mittelweg zwischen touristischer Erschliessung
und Bewahrung des ursprünglichen Lebens zu finden ist
schwierig. Selbst in Bagnoroeggio sind neben einigen Lokalen
und einer zunehmend verfallenden Kirche vornehmlich "Si
vende" Plakate zu sehen.
Slow Cities müssen in Umweltpolitik, Fremdenverkehr
und Stadtentwicklung strenge Auflagen erfüllen und müssen
sich zur Erhaltung des traditionellen Ortsbildes verpflichten.
Das hat zu einer deutlichen Zunahme des Agritourismus geführt
und tausende Bauernhöfe vermieten inzwischen Zimmer.
Aber nicht alle Hausbesitzer verfügen über eine
fundierte Ausbildung oder haben das nötige Geschick im
Umgang mit den Gästen. In vielen Gesprächen kann
man die Klage hören, dass einfach alles zu schnell ging
und sich alle um die heranstürmenden Gäste rissen,
um an schnelle Gewinnen teilzuhaben.
Einzelne Gemeinden überlegen inzwischen, keine Baugenehmigungen
mehr an Supermärkte und Fast-Food-Ketten zu vergeben,
Osterias werden wieder zu den Stätten, an denen ein traditionelles,
lokales Essen erwartet werden kann. Details dazu sind auf
der internationalen Slow
Food Homepage zu finden.
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