Kulinarische Empfehlungen Bezirk Dornbirn

Gasthaus Gemsle

6850 Dornbirn, Marktstraße 62
Tel. +43 (0) 5572 200918
www.gemsle.at; gemsle@gemsle.at

Manfred Leitner hat die alte Tradition des Gasthauses Gemsle in der größten Stadt Vorarlbergs weitergeführt. Das renommierte Haus am Ende der Marktstraße war seit jeher ein wichtiger Treffpunkt der Händler, die in den niedrigen getäferten Stuben ihre Geschäfte abwickelten. In der Veranda trafen sich indes die Frauen zum Kaffee. Das Lokal ist noch so geblieben wie es damals war: elegant, schlicht, vornehm. Im schattigen Gastgarten kann man viele gemütliche Stunden verbringen.

Das Essen ist sehr gut und vor allem traditionell und lokal, obwohl sich auch einige auswertige Elemente finden.

Empfehlenswert sind das Ziegenfrischkäsle von der Dornbirner Fluh mit Pfifferling-Salat oder eine Mohren Kellerbiersuppe mit Gamswurst. Anschließen kann man traditionell ein geschmortes Bäckle vom Freilandschwein Duroc und gebratenes Schweinefilet im Speckmantel mit gebratenen Polentaschnitten und Choriziobohnen oder ein gebratenes Zanderfilet an Pfifferlingsrisotto genießen. Klassisch ist im Gemsle auch das Backhendl ausgelöst mit Kartoffel und Rahmgurkensalat. Abschließen kann man mit Schokoladekuchen mit flüssigem Kern, Sauerrahm-Limetteneis und Sauerkirschen oder einer Creme Brulee mit Erdbeer-Sorbet. Auch die angebotenen Käse sind von hervorragender Qualität.

Der Weinkeller des Gemsle ist auf jeden Fall einen Besuch wert, in ihm finden auch immer wieder Verkostungen und Veranstaltungen statt.

Traditionsgasthof Gütle

6850 Dornbirn, Gütle 11
Tel. +43 (0)5572 201540
www.guetle-gasthof.at

Ein Traditionsgasthaus im wahrsten Sinne des Wortes ist „das Gütle“ in der größten Stadt des Landes. Es liegt zwar abseits der Stadt in einem Tal, doch auf einer guten Straße problemlos erreichbar. Bereits seit 1862 wird in diesem auch architektonisch sehr schönen Haus eine Gastwirtschaft geführt. Gleich mehrere geschichtliche Höhepunkte sind hier zu vermerken. Kein Geringerer als Kaiser Franz Josef hat von hier aus das erste Telefonat in der Monarchie Österreich-Ungarn geführt (1881). Die Flasche Champagner, die aus diesem Anlass geöffnet wurde, steht immer noch im „Kaiserzimmer“. Dazu kommt, dass der damals größte Springbrunnen Europas mit 60 Meter(!) Höhe in Betrieb genommen wurde. Bettina und Arthus Rüscher führen dieses Haus mit größter Sorgfalt und legen viel Wert auf heimische Produkte und Speisen.

Beginnen wir mit einem Dornbirner Ziegenkäse mit Pesto überbacken. Eine Rahmsuppe von frischen Pfifferlingen ist beim Suppenangebot zu erwähnen. Die Auswahl bei den Hauptspeisen ist vielfältig, hier einige besondere Schmankerl: eine mit Blattspinat gefüllte Hühnerbrust, das Zanderfilet in Kräuterbutter gebraten oder das Zürcher Rahmgeschnetzelte  mit Butterreis. Ein gekochter Tafelspitz mit Apfelkren und Bratkartoffel, die Leibspeise von Kaiser Franz Josef I darf in diesem Haus nicht fehlen. Genau so die Vorarlberger Käsespätzle mit frischen Salaten oder der Zwiebelrostbraten mit Speckbohnen und hausgemachtem Rösti.

Täglich frisch gibt es den Apfelstrudel. Auch gut die luftigen Topfenschaumnockerl mit frischen Früchten. Besonders erwähnen muss man das große Angebot an Glasausschank von österreichischen Flaschenweinen. Gleich fünf Weiss und vier Rotweine von hervorragenden Winzern stehen auf der Karte.

Ein sehr schöner, beschaulicher Gastgarten mit Kinderspielplatz erwartet die Gäste bei schönem Wetter.

Die gleich anschließende „Rappenlochschlucht“ ladet zu einem Verdauungsspaziergang ein.  Das größte Rolls-Royce-Museum der Welt wartet um die Ecke auf BesucherInnen.

Gasthaus Schiffle

6850 Dornbirn, Mühlebacherstraße 25
Tel. +43 (0)5572 33023
www.schiffle-dornbirn.at

Man glaubt es kaum: Die Zufahrt zum Gasthaus „Schiffle“ gleicht sicherlich nicht einer Industriestadt, was Dornbirn eigentlich ist. Der Ortsteil Mühlebach ist noch ein verträumter, fast romantischer Teil dieser Stadt. Geprägt von älteren Einzelhäusern und einem Dorfbrunnen, der vis-a-vis vom Gasthaus Schiffle steht. Auch dieses Haus ist ein altes, traditionelles Rheintaler Holzhaus, wo schon viele Jahrzehnte der Gast König ist. Das Haus wird von Birgit und Jürgen Kanner geführt, Birgit im Service und Jürgen in der Küche. Bei unserem Test starteten wir mit einer Kürbisrahmsuppe mit Kernöl. Saisonal gibt es auch eine Spargelcremesuppe. Als Zwischengänge wählten wir Tafelspitzsülze mit Blattspinat und den Ziegenfrischkäse aus dem Bregenzerwald mit Basilikum überbacken.

Die Entscheidung bei der Hauptspeise war auf Grund des großen Angebotes nicht einfach. Der Tafelspitz vom Mastochsen  mit Apfelkren, Spinat und (tolles) Rösti schmeckte sehr gut. Auch die Krone vom Milchlamm mit Polenta-Röllchen und Gemüse war fein.  Das Hirschrückensteak mit Kartoffel-Birnengratin sah auch hervorragend aus. Zum Dessert bzw. Abschluss sind die Apfelküchle mit Zimtzucker und Eis oder die Vorarlberger Käseauswahl mit hausgemachtem Brot zu empfehlen.

Werkstags sind preisgünstige Mittagsmenü auf der Karte.

Bei der Weinauswahl fällt auf, dass von den fast 30 Weinen fast alle aus Österreich kommen.

Gasthof Hotel Meindl

6890 Lustenau, Hofsteigstraße 15
Tel. +43 (0) 5577 82586
www. gasthof-meindl.at; office@gasthof-meindl.at

Das Gasthof und Hotel Meindl wird schon in der dritten Generation von der Familie Bösch geführt. Der Gasthof verfügt über mehrere Speiseräume und eine gemütliche Stube, sowie über eine große Terrasse mit Kinderspielplatz.

Jüngst übernahm der ehemalige Koch des „Freigeist“, Jan Härle, die Leitung der Küche. Härle ist als unkonventioneller Koch bekannt, der jedoch auf lokale Produkte, die auch vorbildlich auf der Anfangsseite der Speisekarte angeführt werden, setzt. Die Küche ist klassisch mit einigen besonderen Gewürznoten. Das Servicepersonal ist sehr freundlich und entgegenkommend, das Ambiente freundlich.

Beginnen kann man im Gastgarten mit einem guten Tartar vom Rind mit Wachtelei oder einer Kartoffel-Lauch-Suppe, aber auch ein Ziegenkäse im Speckmantel und Vogerlsalat schmecken gut. Sensationell ist die geschmorte Kalbshaxe mit Pfifferlingsrisotto, eher ungewöhnlich ein Wiener Schnitzel von der Fledermaus (Schweinehüfte) oder die Kalbsleber mit Rösti. Es stehen auch vegetarische Gerichte oder Fisch nach Fang mit jungem Krautgemüse und Kartoffeln auf der Karte. Die Dukatenbuchteln mit Nougatfüllung und ein Grießflammerie mit Sauerkirschen können einen schönen Abend noch versüßen.

Die Weinkarte ist recht gut sortiert. Die Edelbrände sind zum großen Teil in dritter Generation selbstgebrannt, der schöne Brennkessel ist auch Teil der Einrichtung der Gaststube. Alles in allem ist das Gasthof Meindl sicher ein kulinarischer Fixpunkt in Lustenau

Tipp: Lustenauer Senf
Kleine Senfmanufaktur, die auch besichtigt werden kann. Hier erfährt man alles über den Anbau der Senfpflanze, die Wege, die Produktion.

Lustenauer Senf Bösch GmbH, Rheinstraße 15, 6890 Lustenau, Tel. +43 (0) 5577 82077
www.lustenauer-senf.com, office@lustenauer-senf.com

Gasthaus Adler

6845 Hohenems, Kaiser-Franz-Josef-Straße 104
www.adlerhohenems.com

Gleich ein erster Eindruck bei der Ankunft: Man glaubt kaum, dass in dieser sehr einfachen Hülle eines Hauses ein exzellentes Gasthaus beherbergt ist. Aber Martin Griesser, der Wirt und Leiter  der Küche hat bei unserem letzten Besuch Verbesserungen angekündigt. Eine neue Außenhülle und vor allem in den Gasträumen eine sehr behutsame Restaurierung, um den morbiden Charakter dieses Hauses nicht zu verletzten. Soviel zu den Räumlichkeiten. Der „Adler“ ist ein traditionelles Gasthaus, wo auch ein Arbeiter in seiner „Blauen“ gesehen wird, wie auch die Prominenz aus dem Ländle und der benachbarten Schweiz sich die Türklinke reicht. Und dies zu Recht. Seit Jahren zählt dieses Haus zu einem der besten Adressen in Vorarlberg. Martin Griesser ist ein „Kochkünstler“ im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Speisekarte wird je nach Saison absolut regional zusammengestellt, wobei einige Klassiker immer auf der Speisekarte stehen. So z.B. das legendäre Lammfilet mit Rösti oder der Kaninchenrücken mit Gemüse (Schwarzwurzel). Ein besonderes Augenmerk legt der Chefkoch auf Wild. Allen voran die Gamsvariation mit Pfifferlingen oder das Hirschkalbragout. Auch seltene Innereien stehen oft auf der Tageskarte.  Eine kleine Episode vom letzten Besuch darf hier nicht fehlen: Ein Mann in blauer Arbeitshose und Stiefel genießt neben uns Testern das Essen und den herrlichen Wein. Immer wieder redet er den Kellner an und schwärmt von dieser grandiosen Küche. „Diese Küche verdient mehrere Sterne, der beste Koch im ganzen Land, etc.“. Erst später stellte sich heraus, dass es der Meisterfischer Helbock vom Fussacher Bodenseeufer  ist, der ein exklusiver Lieferant von frischen Fischen in diesem Haus ist. Wenn Sie Fisch mögen, fragen sie nach den fangfrischen Angeboten. Der Bodenseezander und der Bodenseehecht sind sehr zu empfehlen. Aber natürlich auch Felchen und Saiblinge. Nicht zu vergessen, im Herbst die bekannten Schlachtwochen, wo das Alpschwein im Mittelpunkt steht.

An Werktagen erwartet sie ein sehr günstiges Mittagsmenü. Und all diese Köstlichkeiten können bei schönem Sommerwetter im Kastaniengarten genossen werden.

Noch ein Satz zum Weinangebot: Dies kann sich sehen lassen. Über 900 tolle Weinsorten warten im einsichtbaren Weinkeller auf die Gäste, vorwiegend aus  Österreich.  Zu erwähnen sind noch die selbstgebrannten Schnäpse und vor allem der hauseigene Most, eine absolute Rarität.